Der Amoklauf in Winnenden ist gleichzeitig ein schönes Beispiel, wie die Massenmedien in ihrer Gier nach aktuellen, exklusiven Informationen ihre mangelnde Medienkompetenz in puncto Internet unter Beweis stellen. Man twittert sich selbst bei größten deutschen Boulevardzeitungen den
Frust von der Seele und sucht händeringend nach Informationen. Daß man da selbst an höherer Stelle schon einmal
billigen Fakes aufgesessen ist, liefert für die Journaille keine Entschuldigung, selbst ungeprüft Mist zu schreiben. Im Gegenteil: Der extrem hohe Druck "der Öffentlichkeit", repräsentiert durch Springer und Konsorten, dürfte auch hier ausschlaggebend für den fatalen Fehler gewesen sein.
Aber hier geht es ja nicht um Presse-Bashing. Vielmehr darum, wie die eigenen Daten im Web auch für den fatale Folgen haben können, der absolut nichts zu verbergen hat:
Tim Kretschmer existiert(e) mehrfach und der zweite Tim, ein 21-jähriger Azubi aus Bremen, hatte ab Mittwoch nicht mehr viel zu lachen. Er dokumentiert den Medienterror in
einem Blogeintrag.
Es bleibt zu sagen:
Privacy is not a crime und auch der, der nichts zu verbergen hat, sollte sich deswegen noch lange nicht im Web entblößen.